Sebastian van Bürk

Jawbone Up – quantified self per Armband

Autor: Sebastian van Bürk - Freitag 10. Mai 2013

Mit dem Armband „Jawbone Up“ kann jeder genau messen, wie viel er sich täglich bewegt. Sogar im Schlaf wird gemessen, um dabei die unterschiedlichen Schlafphasen aufzuzeichnen. So kann „Jawbone Up“ auch genutzt werden, um sich zur optimalen Zeit wecken lassen kann.

Diese sogenannten Schlafphasen-Wecker haben mich schon immer interessiert. Grund genug für mich, es auch zu kaufen. Welche andere Funktionen das Band noch hat erfahrt ihr hier und jetzt. Wer alle Funktionen und Spezifikationen sehen möchte, besucht direkt die Webseite vom Jawbone Up. Ich werde an dieser Stelle ein Review meiner persönlichen Eindrücke schreiben.Jawbone Up

Die wichtigste Funktion, die das Band von anderen abhebt, ist für mich die Vibration. Damit ist es nicht nur möglich, geweckt zu werden. In Phasen zu langer Inaktivität wird man nämlich auch daran erinnert, sich wieder einmal aufzuraffen und seinem Körper etwas Gutes zu tun.

Dafür fehlt dem Jawbone Up aber ein differenziertes Display. Es gibt 2 Statuslampen, die jeweils in maximal 2 Farben leuchten können und unterschiedlich blinken um Informationen mitzuteilen. Das war es dann aber auch schon. Es soll ja andere Armbänder geben, die auch Uhrzeit und Bewegungspunkte anzeigen. Mir war an der Stelle aber die Vibration wichtiger.

Damit kommen wir zum letzten Nachteil: die Synchronisation. Die erfolgt nämlich nur per Steckverbindung mit dem Smartphone (iPhone oder Android). Dadurch hält der Akku allerdings auch 10 Tage. Ihr kennt es vielleicht schon von euerm Smartphone. Dieses alle 24 Stunden laden zu müssen geht einem schon auf den Keks. Daher bin ich sehr froh, dass ich mein Armband daher nur dann wahrnehme, wenn ich es will (Vibration und manuelle Synchronisation). So sollte das sein: ein Gadget was nicht dauernd mit Strom gefüttert werden will. Davon abgesehen sollte sich in Bezug auf die Synchronisation aber mit dem stromsparenden Bluetooth 4.0 in Zukunft etwas machen lassen. Soviel zur Technik.

Weckfunktion

Die Weckfunktion arbeitet nach der für Schlafphasenwecker üblichen Methode. Während man schläft misst das Up die Bewegung und ermittelt dadurch die Schlafphase in der sich der Träger befindet. Nach Einstellen der Weckzeit und eines Intervalls davor achtet das Up nun darauf, ob man sich im Intervall und in einer leichten Schlafphase befindet. Dann weckt einen das Up durch Vibrationen, denn in einer leichten Schlafphase wacht man leichter auf und fühlt sich frischer, als wenn man rabiat vom lauten Wecker in einer Tiefschlafphase aus dem Schlaf gerissen wird.

Jawbone Up Weckfunktion

Die Weckfunktion hat bei mir in der ersten Woche perfekt funktioniert. Ich bin begeistert. Allerdings hat das nach einer Woche aufgehört. Ich dachte schon ich hätte einfach nur verschlafen. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Vibrationen einen Wackelkontakt hatte – also genau die Funktion, weshalb ich mir dieses Gadget überhaupt geleistet habe. Der Support war etwas träge, hat mir dann aber letztendlich doch ein Ersatzband zugeschickt. Da ich bei Jawbone direkt bestellt hatte, kam das aber wieder aus Irland. Inklusive Support anschreiben hat das dann 14 Tage gedauert. Nicht gut. Aber immerhin hat das Tracking meiner Aktivitäten während der Zeit noch funktioniert.

Jetzt habe ich ein Band, das wieder vibriert. Gut, denn nun wird mir wieder bewusst wie oft ich sitze ohne mich zu bewegen. Meetings, Workshops, Schulungen, Vorträge. Alles spannend (sollte es zumindest) aber es verhindert die so notwendige Bewegung.

Integration mit anderen Apps

Am gleichen Tag, an dem mein Ersatzband ankam, kam auch die neue Version der App. raus. Nun funktioniert die Integration mit einer Vielzahl von anderen Diensten und Apps. Per ifttt.com lasse ich jegliche Aktivität in eine Tabelle bei Google Drive schreiben. Waagen von withings können das Gewicht direkt ins Up Profil schicken. Jeden Check-In bei Foursquare erzeugt automatisch einen Eintrag in meinem Up Profil, damit ich später eintrage, was ich gegessen habe. Genau – die Up App (tolle Wortkombination) dient auch zum Tracken von (eingenommenen) Mahlzeiten. Gut gepflegt zeigt sie einem anschließend die Energiebilanz.

Jawbone Up App

Das Pflegen muss man sich aber echt angewöhnen. Ich habe es schon mehrmals vergessen. Wenn man aber dran denkt, geht es ganz gut. Man bekommt eine gute Datenbank mit Speisen und Zutaten geboten, die direkt alle Nährwerte eingetragen haben. Wenn ich zu faul bin, nutze ich aber auch die App Mealsnap, dann habe ich wenigstens die geschätzten Kalorien.

Um den nötigen Ansporn zu bekommen, kann man in der App seine Daten mit Freunden teilen, die man explizit zu seinem Team hinzufügen muss. Die Mitglieder des eigenen Teams können dann auch die getrackten Daten kommentieren. Das ist schon ganz spannend und als Motivation nicht zu unterschätzen, ist in meinen Augen aber eher ein netter Nebeneffekt.

Richtig kalibriert erfasst das Jawbone Up auch die gejoggten Kilometer. Das muss ich aber im Langzeittest noch einmal genauer untersuchen. Bisher hat es eher bei kurzen Strecken gut funktioniert. Bei längeren war es dann viel zu ungenau. Da vertraue ich weiterhin auf die GPS-Apps. Aber auch die integrieren sich mit dem Jawbone Up. RunKeeper ermöglicht bisher als einzige Laufapp die Synchronisierung.Jawbone Up - Thumbs Up

Fazit

Für 130€ ist es eine teure Anschaffung. Wenn es aber auch in den nächsten Monaten das hält, was es bisher versprochen hat, bin ich vollkommen zufrieden. Für jeden, der sich selber tracken möchte, Motivation für einen gesünderen Lebensstil sucht oder gut geweckt werden will ist es aber durchaus eine nachhaltige Investition. Nach Defekt und etwas langsamen Support bin zumindest ich mit meinem funktionierenden Jawbone Up Armband sehr zufrieden!


2 Antworten zu “Jawbone Up – quantified self per Armband”

  1. Michael sagt:

    Mein Band ist nach nur acht Wochen bereits im Eimer. Und zwar so, dass gar nichts mehr geht. Der Support meldet sich seit einer Woche nicht und das Netz ist voll mit Leuten, deren Band der zweiten Generation auch nach kurzer Zeit kaputt gegangen ist!

    Dieses Produkt ist weiterhin unausgereift und schlecht – ebenso wie der lausige Support!

  2. Paulus sagt:

    Leider auch mein Band hat nun nach 3 Monaten den Geist aufgegeben –
    Akku ist defekt :((